Teilnehmer: Patrik Margelist und Thomas Irl

Tourenleiter: Marco Zimmermann

Das ganze Wochenende war Föhn angekündigt. Die Vorahnung, dass sich unser Tourenziel zu diesen Wetterbedingungen allenfalls gar nicht mal so schlecht eignete, wurde schlussendlich bestätigt. Während sich die Föhnwalze beständig an den hohen Bergen der Lepontinischen und Walliser Alpen aufstaute, hatten wir am Gärsthorn meistens sehr gute Sichtbedingungen. Einzig zuletzt wurden die obersten Lagen teilweise von Nebelschwaden und Wolken eingehüllt. Und auch der Wind sollte uns den ganzen Tag begleiten.

Wir starteten um ca. 08:45 Uhr aufgrund zweier gesundheitlichen Absagen nur noch zu Dritt im Chaschtler. Anfangs die eine oder andere apere Stelle querend, später einige ruppige Stellen im Wald und schliesslich die weite Weide, bis wir auf der Alp Brischeru im Windschatten eine erste Pause einlegten. Danach nahm die Steilheit allmällich und progressiv zu, bis wir unter den Gärsthalten die Harscheisen montierten. Die steilen und vom Wind hartgefegten Hänge waren mehrheitlich gut zu gehen, forderten jedoch Konzentration und Vertrauen ins Material. Kurz vor dem Gipfelziel umgingen wir eine im Grundsatz nicht schwierige aber doch sehr exponierte Rinne, wobei wir kurz die Ski aufbinden mussten und dem Sommerweg folgten. Als wir auf dem Gipfel ankamen, war uns das Wetter gut gesinnt und auch der Wind schaltete sich wie von Zauberhand aus.


Nach einer kurzen Rast entschlossen wir uns für die Überschreitung hinüber zum Nordgipfel. So stapften wir mit aufgebundenen Ski über den Nordgrat, mit dem Ziel, dass wir die Brischerchumma abfahren können. Zu Oberst hatte es neben dickem Nebel eine äusserst hartnäckige Bruchharschschicht, weshalb wir die ersten 200 Höhenmeter weiter mit aufgebundenen Ski runterliefen. Unter der Nebeldecke angekommen, fanden wir dann wir einigermassen fahrbare Bedingungen vor. Folglich fuhren wir in mehr oder weniger akzeptablen Bedingungen zuerst über die weiten Hänge und schlussendlich durch den am Schluss doch teilweise abenteuerlichen Eschelgraben. Die letzten Höhenmeter legten wir auf der Forststrasse zurück, bis wir glücklich wieder beim Auto ankamen, von wo aus wir noch bei Thomas auf ein verdientes Bier einkehrten.

Es war eine fordernde und abenteuerliche Tour. So wie es sein soll!

Marco Zimmermann